Nackt baden – was in der BRD lange noch als Tabu galt, entwickelte sich in der Deutschen Demokratischen Republik seit den 70er Jahren zum Publikumsschlager. Ob an der Ostsee oder an Badeseen in der DDR – allerorts wurde sich nackt gesonnt oder auch nackt gebadet. Für die zahlreichen Anhänger der Freikörperkultur in der DDR wurden an vielen Seen FKK-Strände eingerichtet, an denen das Nacktbaden ausdrücklich erlaubt war. Auch an der Ostsee, z.B. in Ahrenshoop, gab es zahlreiche Strandabschnitte für FKK-Anhänger, die neben den textilen Abschnitten abgesteckt wurden. In der DDR wurden weiterhin viele kleine Seen, die offiziell gar nicht zum Baden zugelassen waren, von Anhängern der Freikörperkultur genutzt – dort mischten sich die Textil- und Nacktbader. Nachdem sich in den ersten Jahren der jungen Republik ein allgemeiner Trend zur Freikörperkultur in der DDR heraus gebildet hatte, versuchte die Staatsführung in den 50er Jahren mehrfach, gegen das neue Selbstverständnis seiner Bürger vorzugehen: FKK-Strände wurden geschlossen und Nudisten am Strand verhöhnt. Nach weitreichenden Protesten entschloss man sich jedoch, ausgewiesene FKK-Strände wieder einzuführen. Seit den 70er Jahren wurde die Freikörperkultur in der DDR so zur Massenbewegung und erfreute sich in allen Gesellschaftsschichten einer großen Akzeptanz. Zahlreiche DDR-Bürger begeisterten sich für das Nacktbaden und jung wie alt entdeckten gleichermäßig ihre Leidenschaft für die Freikörperkultur. Egal ob Künstler, Arbeiter oder Hotmodel – die Bürger der DDR genossen am Strand die Freiheiten, die ihnen ansonsten in der Gesellschaft verwehrt blieben. Noch heute frönen an den Seen der neuen Bundesländer und an den Ostsee-Stränden zahlreiche Nudisten und Privatamateure ihrer Leidenschaft für die Freikörperkultur.